Über uns

„Inklusive Bildung M-V“ ist ein Pilotprojekt an der Hochschule Neubrandenburg, das am 1. Februar
2021 gestartet ist. Es richtet sich an Menschen mit Behinderungen, insbesondere an Menschen mit
sogenannten geistigen Behinderungen bzw. Lernschwierigkeiten, die oftmals in Werkstätten für
Menschen mit Behinderungen (WfbM) beschäftigt sind. Der Zugang zum allgemeinen Ausbildungs- und
Arbeitsmarkt ist in der Regel für diese Personengruppe nicht gegeben.


Ziel ist es, die Projektteilnehmenden im Rahmen einer dreijährigen Vollzeitqualifizierung an der
Hochschule zu Bildungsfachkräften auszubilden. Die Qualifizierung besteht aus mehreren Modulen,
die unter anderem Inhalte, Methoden und Techniken zur Bildungsarbeit vermitteln.
Bereits während der Qualifizierung werden durch die Teilnehmenden erste Bildungsformate
entwickelt und so die akademische Lehre an der Hochschule bereichert. Studierende, Fach- und
Führungskräfte erhalten die Möglichkeit in Seminaren, Workshops oder auch bei Exkursionen
Menschen mit Behinderungen und ihre Lebenswelten direkt und praxisnah kennenzulernen.
Fachwissenschaftliche und theoretische Themenfelder erhalten so für die Studierenden und
Fachkräfte eine Ergänzung. Die theoretische Lehre an der Hochschule wird also kurzum durch eine
praktische Komponente erweitert und erwirkt so einen Multiplikationseffekt.


Im Anschluss an die Qualifizierung ist die Übernahme der Bildungsfachkraft auf den allgemeinen
Arbeitsmarkt vorgesehen und die dauerhafte Schaffung eines Bildungsangebotes durch die
ausgebildeten Fachkräfte geplant. Dieses wird an der Hochschule Neubrandenburg und an weiteren
Universitäten und Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns stattfinden. Der Schritt für die
Teilnehmenden von der Werkstatt an die Hochschule wird so vollzogen.


Das Sichtbarwerden und die direkte Lehre von Menschen mit Behinderungen im Hochschulkontext,
die an der Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften beteiligt sind, wird Barrieren in den
Köpfen von Menschen ohne Behinderungen abbauen und Inklusion im tertiären Bildungsbereich
vorantreiben. Menschen mit Behinderungen werden als Expert*innen mit ihren Kompetenzen
wertgeschätzt, sie erlangen Zugang zum System Hochschule und erhalten hier eine neue Rolle auf
Augenhöhe.
Das Projekt „Inklusive Bildung M-V“ ermöglicht es der Zielgruppe, im Rahmen der Qualifizierung bzw.in
der anschließenden Tätigkeit als Bildungsfachkraft, eine neue Verwirklichungschance in unserer
Gesellschaft wahrzunehmen. Hier liegt für sie das Potential, Hochschulen selbst zu einem inklusiven
Lehr- und Lernort umzugestalten.

Gefördert wird das Projekt durch das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommerns aus dem Sondervermögen des Landes "Ausgleichsabgabe nach SGB IX".